Warum wir zweifeln
- 29. März
- 3 Min. Lesezeit
Ich habe mich dazu entschieden, meinen Blog wieder aufleben zu lassen.
Hier habe ich in den Anfängen meiner malerischen Exkursionen viele Bilder und Geschichten gepostet.
„Linnys kleinegroßeWelt“ und die Erlebnisse, die mein kleines Strichfigürchen hatte, standen dabei im Vordergrund.
Drei Kinderbuch-Versuche existieren – alle bislang unveröffentlicht.
Mit einer Geschichte habe ich mich auf einer Kinderbuchmesse beworben – leider ohne Erfolg.
Und irgendwann war ich an dem Punkt, an dem mir meine künstlerischen Resultate ungenügend und „nicht gut genug“ erschienen.
Und so habe ich alles hier im Blog gelöscht.
Ich habe nicht aufgegeben, ich habe weiter gemalt und mich entwickelt. Aber häufig mehr so im Stillen – für mich, denn die Be-Geist-erung für das Malen hat mich nie verlassen.
Mein Nervensystem fährt runter, wenn ich kreativ bin. Egal, ob es sich um ein großes Leinwandbild, eine Collage, ein Strichfigur-Motiv oder die Arbeit im Sketchbuch handelt.
Und mittlerweile tut es mir leid, dass ich alles gelöscht habe.
Ich habe die Trigger identifiziert, die dazu führten, dass ich mir ungenügend vorkam:
Als Kind malte ich mal einen Wald, bzw. eine Landschaft mit vielen Bäumen.
Meine Bäume waren lila, und meine Mutter kam zu mir und meinte: „Aber Mäuschen, Bäume sind doch grün“. Und dann malte sie mir – wahrscheinlich in bester Absicht – Bäume vor. In vielen Grüntönen… Und ich weiß noch, dass ich mich irgendwie beschämt fühlte.
Auf dem Gymnasium war Kunst immer mein Lieblingsfach.
Ich hatte einen Lehrer, der mein Talent nicht erkannte und meine Freude schmälerte, in dem er mir sagte, er habe jahrelang vor seiner Lehrertätigkeit als Grafikdesigner nur Arzneimittelpäckchen entworfen. O-Ton: „Mit Kunst kann man nichts werden“.
Und so war ich irgendwie zu verzagt, um mich an einer Kunsthochschule anzumelden.
Kennen wir wahrscheinlich alle: diese tief sitzenden Glaubenssätze, die Geschichten, die wir uns permanent selbst über uns erzählen und die meist negativ geprägt sind.
Dies hat sich nun bei mir gewandelt.
Anfangs war die Malerei wohl ein Hobby, ein Zeitvertreib, aber einer, dem ich immer den Vorzug vor allem anderen gab. Wenn mich jemand lobte oder sich positiv über ein Bild äußerte, dann spielte ich es herunter.
Mittlerweile kann ich mich „Künstlerin“ nennen, oder „auch Künstlerin“, denn meinen Broterwerb beziehe ich aus einer anderen Beschäftigung.
Aber ich lebe für die Kunst, ich denke in ihr, sie hat mich in Besitz genommen.
John Irving schrieb einmal über das Ringen: „Besessen werden – und besessen bleiben“.
So ist das bei mir mit der Kunst.
Natürlich habe ich mich nicht nur künstlerisch weiterentwickelt – das passiert ja automatisch, wenn man dranbleibt. Üben, üben, üben. Mit jedem neuen Bild kommt man weiter, hat dazugelernt.
Die genaue Selbstreflexion hat einen Großteil dazu beigetragen, dass ich mehr in mir ruhe, entspannter bin, weiß, was ich kann (und was noch nicht) und die innere Kritiker-Stimme öfters zum Schweigen bringe.
Das gelingt nicht immer, aber immer öfter.
Die überaus großen Anforderungen und Erwartungen an mich selbst, habe ich mehr und mehr ablegen können. Auch – anderen gefallen zu wollen, ist nicht mehr Thema – oder sagen wir: ist weniger Thema.
Denn natürlich leben wir nicht allein, wollen einer Gemeinschaft angehören und gehört und gesehen werden.
Aber „ich mach viel mehr mein Ding“.
Und das ist eben: Schönes zu erschaffen, wobei „schön“ immer im Auge des Betrachters liegt.
Und „schön“ ist für mich nicht nur ästhetisch schön, sondern auch die Erschaffung eines Neuen, das es vorher nicht gab.
Verborgendes wird sichtbar, Angedeutetes erhält eine Bedeutung und löst eine begleitende Emotion aus. Das gelingt mit Bildern meist besser als mit Sprache.
Ich freue mich über jede/n, der/die mich auf diesem Weg begleitet und ein Like oder einen Kommentar hinterlässt.
Ich überarbeite gerade meine Homepage und es wird wohl auch bald einen Newsletter geben, zu dem man sich anmelden kann – wer mag, klickt dann einfach den entsprechenden Button an.







Kommentare