top of page

Unwörterbar

  • 14. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

10.07.2026

Ich brauche diese Zeit gerade, um mich auszuloten.

Wer bin ich, wenn ich keine Kunst mache?

Und ist das überhaupt Kunst, die da meinen Händen und meinem Inneren entspringt?

Ist dieses bunt Geschichtete irgendetwas Neues oder einfach nur total konventionell, zu gewollt, zu gleichförmig… bleibt der Blick eines Fremden daran mit Interesse hängen, oder schweifen die Augen schnell darüber hinweg, auf der Suche nach wirklich Fesselndem?

Doch dann sehe ich andere Werke und weiß, wie sie entstanden sind… mit Schablonen gearbeitet, abgemalt, die Farben in Pop Art, der Preis in meinem Empfinden deutlich zu hoch. Und dennoch wird es gekauft. Gefällt es. Irgendjemand hängt es sich an die Wand.

Und ich falle in diesen Urgrund…

Wir wollen doch alle irgendwie gesehen und verstanden werden.

Auch, wenn ich mir ein ums andere Mal sage, dass es nicht um Anerkennung geht.

Auch, wenn ich in dieser Höhle fühle, was ich in mir selbst nicht verstehe und an mir selbst nicht anerkenne.

Kein Brennen, keine Leidenschaft gerade.

Etwas, was so zart und bedächtig daherkam und mich fühlen ließ – ja –

ich bin auch K Ü N S T L E R I N.

Wohin hat es sich verabschiedet?

Jetzt eilen die Tage so dahin und ähneln sich stark. Sind angefüllt mit notwendigen Beschäftigungen.

Und wie froh bin ich, wenn so ein Tag vorbei ist und ich endlich ins Bett gehe und in die Nicht-Welt entschwinde.

All das Nicht-Gezeigte, all das Nicht-Gesagte – das sind doch die Mysterien…

Das ist es, was mich wirklich interessiert.

Und wo die Frage aufkommt, ob das noch „normal“ ist.

Weil es mich so anstrengt.

Gespräche mit Menschen: Drei waren es in letzter Zeit. Solche, die viel reden, aber nichts sagen.

Geschichten halt… Und ich sitze daneben und verstumme.

Keine Pausen, kein Innehalten, keine Blicke, die irgendwo hängenbleiben und das Gesicht des Gegenübers – also mich – abtasten.

Auch keine Fragen.

So viel Bühne.

Und ich bin des Theaters so müde.

Und natürlich reflektiere ich, dass ich mit meinem Schweigen das Vielsprachige nur befeuere. Ich könnte ja dazwischengehen, mich zu Wort melden, unterbrechen, um eine Pause bitten, oder ganz einfach aufstehen und gehen…

Doch meist fühle ich mich so fremd wie ich es tat, als ich ganz jung war.

Als ich immer dachte, mit mir würde was nicht stimmen…

Das kommt gerade nochmal hoch – und vielleicht macht es Sinn - will es wirklich auch mal betrauert und nicht ständig dissoziiert werden.

„Wie geht es dir“? „Gut“. Ha, ha… wenn dies die Zeit der Wahrheit ist, dann bricht sie aber gerade mit voller Wucht herein.

Mit Frauen ist es generell nochmal anders, besonders mit Freundinnen.

Momente, die sich so leicht aneinanderreihen, wo das Lachen hervorbricht und Tiefe, Verbundenheit und ein Mitschwingen, das der Anderen Raum lässt.

Das sind die Stecknadeln im Heu, und ich bin so froh, dass es diese Frauen in meinem Leben gibt.

Gerne würde ich das malen, aber wie gesagt – da ist gerade kein Impuls.

Also halte ich es erst mal schriftlich fest. Als Annäherung zu jenem Unwörterbaren, das ich mehr erspüre, als dass ich es wirklich in einen guten Ausdruck brächte.

Weniger anzeigen

 
 
 

Kommentare


Empfohlene Einträge
Versuche es später erneut.
Sobald neue Beiträge veröffentlicht wurden, erscheinen diese hier.
Aktuelle Einträge
Schlagwörter
Folgen Sie uns!
  • Facebook Classic
  • Twitter Classic
  • Google Classic

© 2017 Angela Jelinski.. Erstellt mit Wix.com

bottom of page